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ES KOMMT NICHT NUR DER KOPF-
ES KOMMT AUCH IMMER DAS GANZE KIND!!
Wir verstehen die Institution Kindergarten schon immer als Bildungseinrichtung für Kinder, nicht erst jetzt seit auch die Politik ihr Augenmerk auf uns richtet !.
Über die wieder entstehende Überbewertung der reinen Kognitionsförderung
(Arbeitsblätter der 70 iger!) wundern wir uns allerdings, denn die neuen Belege aus der Gehirnforschung beweisen gerade, dass das Lernen im Vorschulalter nur durch ganzheitliches Handeln und Spaß an einer Tätigkeit stattfindet.
Erst mit zunehmenden Alter, wenn das abstrakte Denken einsetzt, ist es möglich, rein über die Kognition Zusammenhänge zu erkennen und zu begreifen. Dies setzt aber voraus, dass das Gehirn ähnliche Erfahrungen schon abgespeichert hat und diese als Transferleistung in andere Zusammenhänge stellen kann.
Unsere Aufgabe als erste Bildungseinrichtung außerhalb des Elternhauses ist es die intrinsische Motivation der Kinder zu erkennen, zu entdecken und zu fördern, indem wir den kleinen Menschen die Möglichkeiten eröffnen durch zur Verfügung gestelltes Material, Zeit und Raum die Zusammenhänge des Lebens selbst zu erkunden, zu begreifen und so verstehen zu lernen.
Die Lernfolge der Kinder bis zum 7. Lebensjahr ist :
1.handeln,
2. fühlen,
3. denken,
4. nachdenken.
So entwickeln sich alle kognitiven Prozesse aus dem Tun, dem Aktiv-sein, der Tätigkeit und motorischer Aktivität. Nicht umsonst heißt es in dem bekannten Spruch: „Aus Erfahrung wird man klug.“
Lebenssituationen und die Wichtigkeit der Bildung beinhaltet mehr als kopflastiges Lernen. Sie umfasst den ganzen Menschen, sein Wahrnehmen und Empfinden, sein Denken und Fühlen, sein Handeln und Tun. Über den Körper und über die Bewegung setzen sich Kinder mit ihrer Umwelt auseinander, sie lernen, sich einzuschätzen und gewinnen Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Sie machen Erfahrungen der eigenen Selbstwirksamkeit und gewinnen damit die Voraussetzungen für den Aufbau eines positiven Selbstkonzeptes. Ein pädagogisches Konzept, das auf der Grundlage des Zusammenwirkens von Bewegung, Wahrnehmung, Denken, Erleben und Handeln konzipiert ist, wird zu einer vielseitigen, nachhaltigen Bildung des Kindes beitragen und dabei auch seine Freude am heutigen Tag, am unmittelbaren Tun, am Spiel und der Bewegung nicht vernachlässigen. Dies ist ein Zitat von Prof. Dr. Renate Zimmer , Osnabrück, die im September 2005 in Mainz den Kongress zur Vorstellung des „ Beweg. Kiga RLP“ eröffnet hat.
Da unsere Einrichtung schon lange über viel Bewegungsangebote arbeitet, haben wir dies als Chance gesehen unserer Arbeit ein Profil und somit „dem Kind einen Namen“ zu geben. Wir erfüllen sowohl in der pädagogischen Arbeit, als auch in der Ausstattung des Kindergartens den größten Teil der Kriterien die Vorraussetzung zur Zertifizierung sind. Seit letztem Jahr haben wir konsequent an der Umstrukturierung der räumlichen Voraussetzungen gearbeitet. So mussten zum Beispiel die viel zu vielen Tische reduziert, bzw. entfernt werden. Flächen wurden geschaffen auf denen die Kinder unter Einbezug ihres ganzen Körpers spielen können. Im Außengelände wurden zusätzliche Schaukelmöglichkeiten angebracht und eine Feuerstelle angeschafft.
Ein Beispiel unserer praktischen Umsetzung
Malen an einer Staffelei ermöglicht einen anderen Bewegungsablauf und bezieht die Muskulatur bis in die Zehenspitzen mit ein, während malen am Tisch in sitzender Position das Kind nur ab Schultergürtel arbeiten läßt. Im Stehen wird der Gleichgewichtsinn (Vestibular System) in anderer Weise gefordert und angeregt als im Sitzen.
Unser Waschraum wurde so gestaltet, dass die Waschbecken in pädagogische Angebote mit einbezogen werden können, dass die Kinder animiert werden am Beckenboden zu malen, in Wasserpfützen zu schmieren und sich so lernend mit dem Element Wasser, Jahreszeiten unabhängig, auseinander setzen können. Zufällige aus dem Kind kommende Erfahrungen werden gemacht und durch Angebote von uns vertieft. Beispiel : Rasierschaum-Spuren im Becken aufmalen und verfolgen = Auge-Hand- Koordination, Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit, Förderung der graphomotorischen Fähigkeiten , Feinmotorik, Kreativität werden unter anderem somit gefördert.
Spielmaterialien, die wir anschaffen werden unter den Gesichtspunkten ihrer Vielseitigkeit und der Bewegungsförderung ausgesucht. Verschiedene Schaukeln und Schaumstoffbausteine haben wir gekauft. Vieles ist aber schon vorhanden.
Wir arbeiten viel mit Alltagsmaterialien Joghurtbecher, Zeitungen, Luftballons, Fliegenklatschen, Radiergummis etc ., welche nicht in ihrer ursprünglichen Bedeutung verwendet werden.
Dieses Konzept bindet Kinder allen Alters und auf dem individuellen Entwicklungsstand ein.
Daher haben wir positive Erwartungen an die Aufnahme von 2 jährigen, die ab September 2007 kommen werden.
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